Zorn über Sonderimpfstoff für Merkel und Co.

Das waren noch Zeiten, als Karl Lauterbach einen Oppositionspolitiker mimen konn­te. Auch die Grünen nör­gel­ten. Auf stern.de war am 18.1.2009 zu lesen:

»Es ist die größ­te Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik: Am Montag wer­den 50 Millionen Dosen „Pandemrix“ (Hersteller: Glaxo Smith Kline) in Dresden auf Laster gela­den und durch die gesam­te Bundesrepublik gekarrt. Hausärzte und Gesundheitsämter sol­len die Bevölkerung in den kom­men­den Wochen mit die­sem Mittel gegen die Schweinegrippe impfen.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Was für die Bevölkerung gut sein soll, gilt nicht für Mitglieder der Bundesregierung, der Ministerien, nach­ge­ord­ne­ter Behörden und für die Bundeswehr. Selbst die Mitarbeiter des Paul-Ehrlich Instituts, das für die Zulassung von Impfstoffen ver­ant­wort­lich ist, sol­len nicht mit „Pandemrix“ behan­delt wer­den. Sondern mit „Celvapan“ (Hersteller: Baxter). Ein Sprecher des Innenministeriums räum­te gegen­über dem „Spiegel“ ein, dass zu die­sem Zweck 200.000 Dosen „Celvapan“ geor­dert wor­den sind.

„Großversuch“ mit der Bevölkerung

Grund für die Ungleichbehandlung sind offen­kun­dig die Zusatzstoffe, die in „Pandemrix“ ent­hal­ten sind und in „Celvapan“ feh­len. Diese Zusatzstoffe, soge­nann­te Wirkverstärker, kön­nen zu einer Überreaktion des Immunsystems füh­ren. Wolf-Dieter Ludwig, Chef der Arzneimittelkommission der deut­schen Ärzteschaft, hält es für einen „Skandal“, dass für die Regierung ande­re Maßstäbe gel­ten als für die Bevölkerung.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach übte schar­fe Kritik. „Dieser Vorgang ist äußerst unglück­lich. So ent­steht der Eindruck einer Zweiklassenmedizin bei der Impfung. Innenminister Wolfgang Schäuble hat­te hier nicht das not­wen­di­ge Gespür“, sag­te Lauterbach der „Bild am Sonntag“. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin warf der Bundesregierung vor, sie set­ze „die Bevölkerung einem Großversuch mit einem nicht getes­te­ten Impfstoff aus und lässt sich selbst ohne Nebenwirkungen schüt­zen“. Das dürf­te die Bereitschaft der Bevölkerung, sich imp­fen zu las­sen, so Trittin, wei­ter ver­min­dern.«

Author: aa