„Wir müssen 35 Prozent der Bevölkerung diskriminieren“

Während man in der BRD noch mit Zuckerbroten expe­ri­men­tie­ren will (s. Das Impflager zer­fled­dert sich), wird in der Schweiz der Mann mit der Peitsche los­ge­las­sen. Auf blick.ch liest man am 6.7.:

»So erhö­hen wir laut Verhaltensökonom Gerhard Fehr (50) die Impfquote
„Wir über­zeu­gen nur mit Diskriminierung“

Die Impfbereitschaft lahmt und mit der Delta-Variante droht ein Herbst mit stren­ge­ren Massnahmen. Wie bringt man Menschen zum Piks, die sich noch nicht geimpft haben? Verhaltensökonom Gerhard Fehr (50) hält sys­te­ma­ti­sche Diskriminierung für eine Möglichkeit.

… Man müss­te jetzt auf­zei­gen, was pas­siert, wenn man sich nicht imp­fen lässt. Aber ohne Angstmacherei.

Wie stel­len Sie sich das vor?
Niemand wür­de in ein Flugzeug stei­gen, wenn das Absturzrisiko bei einem hal­ben Prozent läge. Aber alle Nichtgeimpften sind der­zeit bereit, an einem Virus zu erkran­ken, an dem sie mit 0,5‑prozentiger Wahrscheinlichkeit ster­ben werden…«

Ohne Angstmacherei. Wirklich gestor­ben, und zwar „an und mit“ sind in Österreich inner­halb von mehr als 15 Monaten 10.718 Menschen. Das ent­spricht 0,12 Prozent der Bevölkerung (corona-in-zahlen.de).

»Was müss­te denn noch geschehen?
Das BAG muss eine stren­ge­re Impfempfehlung aus­spre­chen. Diese kann ver­schie­den aus­se­hen. Das Wirkungsvollste wäre, dass man Ungeimpften einen Impftermin zuschickt, so dass sie die­sen Termin wahr­neh­men oder ver­strei­chen las­sen kön­nen. Sie müss­ten sich aber aktiv abmel­den, wenn sie nicht hin­ge­hen wollen.

Aber dann kön­nen sie den Termin auch ein­fach schwänzen.
Zusätzlich könn­te man noch eine Busse ver­lan­gen, wenn man sich nicht abmel­det. Schickt man den Leuten Impftermine zu, erhöht dies die Impfquote um bis zu 20 Prozent. Dann wird es aber immer noch gut 35 Prozent geben, die sich par­tout nicht imp­fen las­sen wollen.

Was macht man denn mit die­sen 35 Prozent?
Diese über­zeugt man nur, wenn wir sys­te­ma­tisch dis­kri­mi­nie­ren. Das bedeu­tet: Nur noch die­je­ni­gen, die geimpft sind, dür­fen ins Restaurant oder in ein Konzert gehen. Systematische Diskriminierung ist nichts Neues, sie begeg­net uns dau­ernd im Alltag. Beispielsweise kön­nen sich die meis­ten Leute nicht jeden Tag einen Restaurantbesuch leis­ten und sind dem­entspre­chend wegen ihres Lohns davon ausgeschlossen…

Würden die Leute da nicht rebellieren?
Die Frage ist viel­mehr: Darf eine Minderheit für sich in Anspruch neh­men, vol­le Freiheitsrechte zu genies­sen, auf Kosten der geimpf­ten Mehrheit? Nein, der Grossteil der Bevölkerung will sich nicht mehr ein­schrän­ken las­sen. Geimpfte fra­gen sich lang­sam, war­um sie die Corona-Massnahmen noch ein­hal­ten sol­len. Wir müs­sen uns der Frage stel­len, wel­che Konsequenzen es haben muss, wenn eine gros­se Minderheit die Impfung ver­wei­gert. Wir wür­den es schliess­lich auch nicht akzep­tie­ren, wenn 25 Prozent der Bevölkerung die Steuern nicht zah­len würden…«

Während die einen noch glau­ben, 35 Prozent der Bevölkerung kor­rum­pie­ren zu kön­nen, hat der Verhaltensökonom (welch ein Begriff!) erkannt, man muß die­sen Teil bestra­fen. Was für ein Bild einer Gesellschaft so jemand hat, wird aus sei­ner Vorstellung deutlich:

»Der im öster­rei­chi­schen Vorarlberg gebo­re­ne Gerhard Fehr (50) hat mit sei­nem älte­ren Bruder Ernst (65) das Unternehmen Fehr Advice & Partners AG gegrün­det. Er hilft sei­nen Auftraggebern aus Wirtschaft und Politik, Menschen in die gewünsch­te Richtung zu len­ken – ihnen qua­si einen Anstupser zu geben, damit sie einen bestimm­ten Weg einschlagen…«

Noch offe­ner ist Fehr auf der Internetseite sei­ner Firma:

fehradvice.com

Wenn der Begriff aso­zi­al eine Bedeutung hat, dann wird er hier verkörpert.

Ob er sei­ne eige­nen Worte rich­tig ver­stan­den hat?

»Unternehmen dabei zu unter­stüt­zen, dass ihre Protoypen schnell, aber auch klein schei­tern (fail fast, but fail small), ist die Kernkompetenz von FehrAdvice und Gerhard. „Das über­zeu­gen­de an Experimenten ist auch, dass man sehr viel Management-Aufmerksamkeit, Zeit und Geld spart, weil sich vie­le Massnahmen und Prototypen bereits im Experiment als wenig erfolgs­ver­spre­chend her­aus­stel­len“, erläu­tert er die öko­no­mi­sche Sinnhaftigkeit einer expe­ri­men­tel­len Firmenkultur.

#Experimentability als Ausdruck einer geleb­ten Unternehmens-Kultur, also jähr­lich 10’000 Experimente durch­zu­füh­ren. Das inspi­riert Gerhard, dafür schlägt sein Herz!…

Und ganz zum Schluss:

Gerhard strebt mit FehrAdvice die euro­päi­sche Markführerschaft im Bereich Digitalisierung und #Experimentability an. Warum? Weil es kei­ne erfolg­rei­che Digitalisierung ohne Experimente geben kann. Und weil Erfolg und Wachstum einer der wich­tigs­ten Grundlagen von Nachhaltigkeit ist.«

Klar ist auf jeden Fall: Es sind die rea­len Menschen, die Versuchskaninchen sei­nes gut­do­tier­ten Hobbys #Experimentability sind.

Author: aa