WHO kritisiert Biontech wegen dritter Impfdosis scharf – „Ernsthaft enttäuschend“

Es gibt „kei­ne aus­rei­chen­de Datengrundlage für ‚Booster-Impfungen‚“. Außerdem fällt der EU und der Bundesregierung ihr Gerede von „inter­na­tio­na­ler Solidarität“ auf die Füße. Am 16.7. ist unter obi­ger Überschrift auf fr.de zu lesen:

»… Aktuelle Laboruntersuchungen und Daten aus Israel geben den Herstellern der Vakzine nun aber Grund zur Annahme, dass der Schutz bereits nach rund sechs Monaten wie­der nach­lässt. Auf Basis die­ser weni­gen, bis­her vor­lie­gen­den Daten sei es laut der Hersteller Biontech und Pfizer wahr­schein­lich, „dass eine drit­te Dosis inner­halb von sechs bis zwölf Monaten nach der voll­stän­di­gen Impfung erfor­der­lich sein wird“.

Wohlhabende Länder schieben das Problem der Corona-Pandemie von sich

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen vor allem noch kei­ne aus­rei­chen­de Datengrundlage für „Booster-Impfungen“. Die WHO wird in einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN unter ande­rem mit der Aussage zitiert, es sei­en nur ein­ge­schränk­te Daten dazu ver­füg­bar, ob ein Booster einen Nutzen bringt – und wenn ja, für wen. Der Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, kri­ti­siert aber vor allem die ethi­schen Folgen, die die Empfehlung einer drit­ten Corona-Impfung von Biontech und Pfizer nach sich zöge.

„Es ist nicht nur ent­täu­schend, son­dern ernst­haft ent­täu­schend, dass Länder, in denen bereits die Mehrheit der Bevölkerung voll­stän­dig geimpft ist, nun die drit­te Dosis ver­ab­rei­chen und zu einer ‚Booster-Impfung‘ über­ge­hen, wäh­rend ande­re Länder noch nicht ein­mal mit dem Impfen begon­nen haben“, sag­te der Generaldirektor am Montag (12.07.2021) in Genf…

Die WHO for­dert die Impfstoff-Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna daher drin­gend auf, Impfstoff-Lieferungen nicht für Länder mit einer fort­ge­schrit­te­nen Impfkampagne zu prio­ri­sie­ren, son­dern alles dar­an­zu­set­zen, Länder mit nied­ri­gem oder mitt­le­rem Einkommen, die nur eine sehr gerin­ge Impfstoff-Abdeckung haben, zu versorgen.

Treffen von Pfizer mit US-Behörde: Deutlich mehr Daten und Zeit nötig

Vertreter:innen des Pharma-Riesen Pfizer tra­fen sich am Montag (12.07.2021) mit hoch­ran­gi­gen US-Wissenschaftler:innen und Beamt:innen der US-Arzneimittelbehörde FDA um die Zulassung einer drit­ten Dosis des Corona-Impfstoffes vor­an­zu­trei­ben. Die FDA erklär­te nach dem Treffen, dass deut­lich mehr Daten und mög­li­cher­wei­se noch eini­ge Monate benö­tigt wur­den, bevor man fest­stel­len kön­ne, ob die Auffrischungsimpfungen tat­säch­lich not­wen­dig sei­en. Zudem hän­ge die Entscheidung nicht nur von Studiendaten aus dem Labor ab, son­dern es müss­ten auch Informationen aus dem Alltag im Gesundheitswesen gesam­melt wer­den. Beispielsweise dar­über, wie vie­le voll­stän­dig geimpf­te Menschen schwer an Covid-19 erkran­ken und in Krankenhäusern behan­delt wer­den müssen.

Es sei durch­aus mög­lich, dass eine dif­fe­ren­zier­te Entscheidung getrof­fen wird, so die Behörde, die eine drit­te Impfung mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer nur Menschen mit Vorerkrankungen und Immunschwächen emp­foh­len wird…«

Wie wol­len sie jemals aus die­sem Schlamassel herauskommen?

Author: aa