Warum läßt das Bernhard-Nocht-Institut Pressetexte verschwinden?

Das Hamburger Institut war in der Anfangszeit einer der wich­ti­gen Akteure der „Pandemie-Bewertung“. Auf die­sem Blog erschie­nen dazu zahl­rei­che Beiträge, ergänzt um die unse­li­ge Rolle des BNITM in der Zeit des Nationalsozialismus. Das Institut hat eine Seite mit allen sei­nen Pressemitteilungen. In die­ser Liste gibt es eine Lücke:

https://www.bnitm.de/aktuelles/presse/

Noch Ende letz­ten Jahres gab es dort u.a. die­se Mitteilungen aus dem Jahr 2005:

https://web.archive.org/web/20201010113545/https://www.bnitm.de/aktuelles/mitteilungen/79-vier-bundesverdienstorden-fuer-forscher-des-bernhard-nocht-instituts/
https://web.archive.org/web/20200923155551/https://www.bnitm.de/aktuelles/presse/2005/

Auch eine Suche auf dem Portal mit den Begriffen „Bundeswehr“ und „Roche“ bringt die­se Pressemitteilungen nicht zum Vorschein. Immerhin gibt Prof. Schmidt-Chanasit mög­li­che Interessenkonflikte zu Protokoll:

https://www.bnitm.de/aktuelles/coronavirus-sars-cov‑2/interessenkonflikte-corona-pressearbeit/

Unterstützung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr

An ande­rer Stelle ver­merkt das Institut sei­ne Arbeiten für Auslandseinsätze der Bundeswehr:

»Versorgungsleistungen des Instituts umfas­sen die spe­zi­el­le Labordiagnostik tro­pen­typi­scher und ande­rer sel­te­ner Infektionen, eine enge Zusammenarbeit mit der Bundeswehr zur medi­zi­ni­schen Versorgung bei Einsätzen in den Tropen sowie Beratung für Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit, die wesent­lich zur natio­na­len Bedeutung des Instituts beitragen.«
https://www.bnitm.de/das-institut/ueber-das-institut/

Mit sei­ner Arbeit ent­las­tet das Institut auch den Bundeswehr-Etat:

https://www.bnitm.de/das-institut/kooperationen/

Es gilt sogar als Forschungsinstitut der Bundeswehr:

https://wehrmed.de/institute/

In der „Wehrmedizinischen Monatsschrift 2020/01“ ist zu lesen:

»Zivilmilitärische Zusammenarbeit
bei der Evaluation tropenmedizinischer Infektionsdiagnostik

Am 19. August 2005 wur­de zwi­schen dem Bundesministerium der Verteidigung, der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmmedizin (BNITM) ein Kooperationsvertrag über das Zusammenwirken auf dem Gebiet der Tropenmedizin und der Infektionsepidemiologie geschlos­sen. Neben der kli­ni­schen Zusammenarbeit regelt der Vertrag auch das Zusammenwirken auf den Gebieten von Forschung, Infektionsepidemiologie und Diagnostik.

Durch die Einsätze der Bundeswehr in tro­pi­schen Gebieten besteht für Einsatzrückkehrer ein Bedarf an gut eva­lu­ier­ten dia­gnos­ti­schen Testsystemen für tro­pi­sche Infektionserreger. Das BNITM in Hamburg ver­fügt als Referenzzentrum für tro­pi­sche Infektionserreger und Organisator zahl­rei­cher Studien in den Tropen über einen in Deutschland ein­zig­ar­ti­gen Schatz an gut cha­rak­te­ri­sier­ten, sel­te­nen Residual- und Referenzproben – eine wich­ti­ge Voraussetzung für aus­sa­ge­kräf­ti­ge Testevaluationen…

Erfahrungen mit tro­pen­me­di­zi­ni­scher Spezialdiagnostik kön­nen über die bestehen­de Kooperation nicht nur erwor­ben, son­dern auch ver­mit­telt wer­den. Seit Beginn der Zusammenarbeit mit dem BNITM sind die dort ein­ge­setz­ten Sanitätsdienstsoldaten an der Gestaltung der ein­satz­vor­be­rei­ten­den (EVB) Lehrgänge beteiligt…

Fazit

Nach 14 Jahren hat sich die Kooperation zwi­schen BNITM und Sanitätsdienst im Bereich der tro­pen­me­di­zi­ni­schen Mikrobiologie als „fes­te Institution“ bewährt. Durch den zeit­lich unbe­fris­tet ver­ein­bar­ten Kooperationsvertrag steht einer dau­er­haf­ten Fortführung die­ser Erfolgsgeschichte wenig ent­ge­gen. Mithin ist die Kooperation mit dem BNITM zugleich ein Beispiel für aktiv geleb­te zivil-mili­tä­ri­sche Zusammenarbeit zum gegen­sei­ti­gen Nutzen.«


Wir dan­ken unse­rem Führer in die­ser Stunde und grüßen ihn, den genia­len sieg­rei­chen Feldherrn“

In einer extrem gekürz­ten und geschön­ten Version sei­ner Geschichte schreibt das BNITM:

»Im Nationalsozialismus wur­den meh­re­re jüdi­sche Mitarbeiter:innen von den Nazis gezwun­gen, das Institut zu ver­las­sen. Belegt sind Medikamentenversuche an den Insassen der Heil- und Pflegeanstalt Langenhorn und die Erprobung neu­er Heilverfahren an fleck­fie­ber­kran­ken Gefangenen im Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg. In den Hamburger Bombennächten trug das Institutsgebäude schwe­re Schäden davon.

Kurz nach Kriegsende nah­men sich Bernhard Nocht und sei­ne Ehefrau das Leben. In einem Abschiedsbrief an ihre Kinder schrie­ben sie, dass sie sich dem Wiederaufbau nicht gewach­sen fühl­ten.«
https://www.bnitm.de/das-institut/geschichte/

Sehr viel mehr gibt es auf die­sem Blog dazu, z.B. in Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin: Weiter kein Problem mit Nazi-Vergangenheit. Dort wird etwa aus der Rede des Institutsdirektors Mühlen aus dem Jahr 1942 anläß­lich der Namensgebung zitiert:

» „Unser ers­ter Gedanke und Gruß zu Beginn … gilt dem Manne, dem heu­te alle deut­schen Herzen in hei­ßer Liebe ent­ge­gen­schla­gen, unse­rem Führer Adolf Hitler. Wir dan­ken unse­rem Führer in die­ser Stunde und grüßen ihn, den genia­len sieg­rei­chen Feldherrn, den Wiederhersteller Groß-Deutschlands und den Wiederbringer unse­rer Kolonien. Unser Führer Adolf Hitler, Sieg Heil!«

Noch mehr dazu in Übelste Gestalten Träger der Bernhard-Nocht-Medaille (Teil 1) ff.


Da wäre noch Herr Drosten, ehemals BNITM

Über die Zeit, die Christian Drosten am BNITM-Institut ver­brach­te, wäh­rend er angeb­lich sei­ne Doktorarbeit ver­faß­te, sie­he u.a. Wirtschaftliche Interessen des Prof. Drosten und Drosten-Landt-Connection: Geld schef­feln mit Pandemien (I) ff.

Author: aa