War gar nicht und kann gar nicht

Gab es heu­te einen Beschluß des Bundestages zur Verlängerung des Notstandsrechts? Wenn es nach der Redaktion von „heu­te“ geht, dann muß einer sol­chen Behauptung eine Halluzination zugrun­de lie­gen. In der Hauptnachrichtensendung des ZDF gab es einen sol­chen Beschluß jeden­falls nicht, weder um 17 noch um 19 Uhr.

Gab es Manipulationen bei der Zahl der Intensivbetten? Kann gar nicht sein, sagen „die Intensivmediziner“. Laut rp-online.de von 16:12 Uhr bezie­hen sich ent­spre­chen­de Vorwürfe von „manch einem Mediziner“ und „Bild“ „auf einen noch unver­öf­fent­lich­ten Bericht des Bundesrechnungshofes„. Komisch, daß die­ser Bericht auf coro­dok seit 13:41 ein­seh­bar ist. Ziemlich lau klingt, was rp-online.de unter „Intensivmediziner ver­tei­di­gen ihre Melderegister“ berich­tet:

»Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) sieht offen­bar Klärungsbedarf und ver­schick­te am Freitagnachmittag eine Stellungnahme: „Das Divi-Intensivregister und die hier­in abge­frag­ten Daten aller Intensivstationen mit Akutversorgung in Deutschland, rund 1330 an der Zahl, sind und waren zu jeder Zeit belast­bar – zur Bewertung der Pandemie und der Lage auf den Intensivstationen“, heißt es dar­in. Die Divi habe kei­nen Hinweis dar­auf, dass eine bewuss­te Falschmeldung der Krankenhäuser erfolgt ist. „Wir wei­sen den Verdacht ent­schie­den zurück, Kliniken wür­den sich im gro­ßen Stil durch bewuss­te Falschmeldungen bereichern.“…

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) teilt mit: „Krankenhäuser haben die Zahl der Intensivbetten nicht mani­pu­liert, die­sen Verdacht äußert auch der Bundesrechnungshof nicht. Intensivbettenzahlen zu mani­pu­lie­ren ist auch gar nicht mög­lich, da die Ausgleichszahlungen an Bedingungen geknüpft sind, die die Krankenhäuser nicht beein­flus­sen kön­nen“, sag­te der Vorstandsvorsitzende der DKG, Gerald Gaß, unse­rer Redaktion…

„Zudem haben wir mit dem Intensivregister eine trans­pa­ren­te Datenbank, die uns aktu­ell und ver­läss­lich die Zahl der Intensivbetten meldet.“«

Die Krankenhäuser, die ihre Meldungen an DIVI geben sol­len, haben also im DIVI eine Datenbank, die ihnen zuver­läs­sig die Zahlen nennt. Alles klar.

DIVI hat die Lösung:

»„Wir brau­chen noch mehr Transparenz“, so die Vereinigung der Intensivmediziner, die eine bes­se­re Digitalisierung der Krankenhäuser inklu­si­ve Real-Time-Datenerfassung for­dert. So kön­ne von vorn­her­ein jeg­li­cher Verdacht eines Missbrauches aus­ge­schlos­sen werden.«

Noch kla­rer.

Author: aa