Magnetischer Impfstoff? Klingt sehr nach VT

Im Netz geis­tern Videos her­um über angeb­lich „geimpf­te“ Menschen, bei denen an der Einstichstelle oder gar an der Stirn metal­le­ne Gegenstände haf­ten blei­ben sol­len. Sie wer­den ger­ne auf­ge­grif­fen von Seiten, die davon über­zeugt sind, Illuminaten woll­ten die Menschheit „ent­we­der geis­tig kon­trol­lie­ren oder ermor­den„, z.B. hier. Pfizer nut­ze „SPIONS – Supramagnetic Iron Oxide Nanoparticles“ in sei­nem „Impfstoff“.

Da sol­che Behauptungen nicht belegt sind und sich ver­schie­de­ne Tricks vor­stel­len las­sen, mit denen Dinge an der Haut haf­ten, schien mir die Beschäftigung damit nicht loh­nend. Aufgehorcht habe ich, als in die­sem Zusammenhang die Firma „che­mic­ell“ erwähnt wur­de. Denn hier begeg­net uns unser alter Bekannter Olfert Landt.

chemicell

In Olfert Landt – Eresburgstr. – Geheimdienste? wird gezeigt, daß die Firma che­mic­ell sich auf der Eresburgstr. 22–23 in Berlin-Tempelhof einen Briefkasten mit TIB Molbiol, der Herstellerfirma von PCR-Tests, und ande­ren Unternehmen von Landt teilt.

Auch die Firma GenExpress GmbH ist dort behei­ma­tet. Sie wird von Landt gelei­tet, Gesellschafter der Firma ist ein Abteilungsleiter des RKI. GenExpress ist an der Forschung zu Biowaffen betei­ligt (s. Betreibt das RKI mit 250 Tausend Dollar von der Gates-Stiftung Biowaffenforschung?).

Auf der Webseite von che­mic­ell ist zu erfahren:

»che­mic­ell ent­wi­ckelt und pro­du­ziert inno­va­ti­ve Bioseparations‑, Gentransfektions- und Detektionssysteme auf der Basis von magne­ti­schen Nano- und Mikropartikeln. Der Schwerpunkt unse­rer Produktentwicklung liegt in der Entwicklung von qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen, kun­den­ori­en­tier­ten „rea­dy to use“ Kits mit beson­de­rer Ausrichtung auf die Kompatibilität zur Laborautomatisierung. Chemicell ist offen für Kooperationen mit ande­ren Unternehmen oder wis­sen­schaft­li­chen Instituten, um die Chancen und Möglichkeiten zu nut­zen, die sich aus der rasan­ten Entwicklung bio­tech­no­lo­gi­scher Verfahren erge­ben, und um inno­va­ti­ve neue Produkte zu ver­trei­ben.«

Über den Firmengründer Christian Bergemann berich­te­te 2017 der „Tagesspiegel“:

»Auf die Idee mit den magne­ti­schen Nanopartikeln kam er wäh­rend des Studiums, er ver­brach­te Tage, Nächte im Labor, Wochen, Monate, Jahre, bis zuletzt. Es ging um eine Technologie, die hel­fen soll­te, Medikamente ziel­ge­nau­er im Körper ein­zu­set­zen. Der Mann, der nie­mals einen Studienabschluss mach­te, betrieb Forschung auf höchs­tem Niveau. Nach 15 Jahren war er dazu imstan­de, sei­ne Ergebnisse in Produkte zu ver­wan­deln, mit denen er Pharmafirmen belieferte.«

Hier ist Vorsicht ange­ra­ten, geht es doch um Medikamente und nicht um Impfstoffe.

Genvektoren in Verbindung mit magnetischen Partikeln

Die Firma beschreibt eine von ihr ent­wi­ckel­te Methode so:

»Magnetofection™ ist eine neu­ar­ti­ge, ein­fa­che und hoch­ef­fi­zi­en­te Methode zur Transfektion von Zellen in Kultur. Sie nutzt die magne­ti­sche Kraft, die auf Genvektoren in Verbindung mit magne­ti­schen Partikeln aus­ge­übt wird, um die Vektoren in Richtung der Zielzellen, mög­li­cher­wei­se sogar in die­se hin­ein, zu zie­hen. Auf die­se Weise wird die gesam­te auf­ge­brach­te Vektordosis inner­halb weni­ger Minuten auf die Zellen kon­zen­triert, sodass 100 % der Zellen mit einer signi­fi­kan­ten Vektordosis in Kontakt kom­men.«

Diese Technik wird viel­fach ein­ge­setzt. Das Magazin genengnews.com berich­tet (ohne Datum):

»Forscher der Thomas Jefferson University (TJU) haben soeben Daten zu einer neu­en Technik, der soge­nann­ten Magnetofektion, ver­öf­fent­licht, bei der mit klei­nen RNA-Fragmenten (microRNAs, oder miRNAs) beschich­te­te Mikro-Metallkügelchen in bestimm­te Regionen des Dickdarms inji­ziert und mit einem star­ken Magneten fest­ge­hal­ten werden.

Die Ergebnisse der neu­en Studie wur­den kürz­lich im American Journal of Physiology-Gastrointestinal and Liver Physiology in einem Artikel mit dem Titel „In Vivo Magnetofection: A Novel Approach for Targeted Topical Delivery of Nucleic Acids for Rectoanal Motility Disorders“ ver­öf­fent­licht.«

Für die­se Studie wur­de das Produkt PolyMag von che­mic­ell ein­ge­setzt. Es wird so beschrieben:

»PolyMAG ist ein uni­ver­sell ein­setz­ba­res Magnetpartikelpräparat für die hoch­ef­fi­zi­en­te Nukleinsäureverabreichung. Es wird in einem Ein-Schritt-Verfahren mit der zu trans­fi­zie­ren­den Nukleinsäure gemischt und wur­de bereits erfolg­reich mit Plasmid-DNA, Antisense-Oligonukleotiden und siRNAs eingesetzt.«

Das ist nun nicht das­sel­be wie das, was mit den Nanopartikeln des Biontech/Pfizer-Stoffs pas­siert. Letzteres Verfahren wird erklärt auf pharmazeutische-zeitung.de:

»Im Gegensatz zu die­sen klas­si­schen Impfstoffen basie­ren die aktu­ell zuge­las­se­nen Covid-19-Impfstoffe nicht auf Antigenen selbst, son­dern beinhal­ten als Wirkstoffe Boten-RNA (mRNA) oder DNA, die für das Spike-Protein des SARS-Coronavirus‑2 kodie­ren. Die nukleosi­di­sche Struktur der Wirkstoffe stellt beson­de­re Anforderungen an die Impfstoff-Formulierung. RNA und DNA haben einen intra­zel­lu­lä­ren Wirkort, sind aber auf­grund ihrer anio­ni­schen Polymerstruktur nicht in der Lage, die Zellmembran zu über­win­den, um die­sen Wirkort zu errei­chen. Vielmehr sind sie auf Trägersysteme ange­wie­sen, die einen Wirkstofftransport über die gleich­falls nega­tiv gela­de­ne Membranstruktur ermöglichen…

Transportsysteme, die alle die­se Anforderungen erfül­len, sind Lipidnanopartikel (LNP) und Liposomen in der kol­lo­ida­len Größenordnung, also im soge­nann­ten Nanometerbereich…«

Es geht also dar­um, mit Hilfsstoffen sicher­zu­stel­len, daß der eigent­li­che Wirkstoff sei­ne Zielzelle erreicht und ihre Membran überwindet.

Für das Labor geeignet

Nun gibt es eine Arbeit mit dem Titel „Magnetofektion kom­bi­niert mit Liposomen—–eine hoch­ef­fi­zi­en­te Transfektionsmethode für kul­ti­vier­te Zellen in vitro„. Im Abstract dazu heißt es: „Die Magnetofektion in Kombination mit Liposomen ist eine schnel­le, ein­fa­che und effi­zi­en­te Methode der Niedrigdosis-DNA-Transfektion in vitro.

Auch hier geht es um ande­re Aufgaben als die des „Impfstoffes“, näm­lich um Prozesse außer­halb des Körpers. Doch wie steht es mit einem wei­te­ren Produkt von chemicell?

»CombiMAG ist ein magne­ti­sches Partikelpräparat, das für die Kombination mit jedem han­dels­üb­li­chen Transfektionsreagenz wie Polykationen und Lipiden ent­wi­ckelt wur­de und mit Plasmid-DNA, Antisense-Oligonukleotiden, siRNAs oder Viren ver­bun­den wer­den kann. Damit kön­nen Sie Ihren eige­nen magne­ti­schen Genvektor auf der Basis Ihres bevor­zug­ten Transfektionsreagenz erstellen…

Das CombiMAG-Reagenz kann mit allen poly­ka­tio­ni­schen und lipi­di­schen Transfektionsreagenzien und auch mit ade­no­vi­ra­len und retro­vi­ra­len Vektoren kom­bi­niert werden…«
chemicell.com

Und den Körper

Auch im Aufsatz „Magnetofektion: Verstärkung und geziel­te Genabgabe durch magne­ti­sche Kraft in vitro und in vivo“ geht es nicht um Impfungen, son­der um Gentherapie und die Steuerung über Magnetfelder:

»Niedrige Effizienzen von nicht­vi­ra­len Genvektoren, der rezep­tor­ab­hän­gi­ge Wirtstropismus von Adenoviren oder nied­ri­ge Titer von retro­vi­ra­len Vektoren begren­zen ihren Nutzen in der Gentherapie. Um die­se Unzulänglichkeiten zu über­win­den, haben wir Genvektoren mit super­pa­ra­ma­gne­ti­schen Nanopartikeln asso­zi­iert und die Genverabreichung durch Anlegen eines Magnetfeldes gezielt gesteu­ert. Dies poten­zier­te die Wirksamkeit jedes Vektors bis zu meh­re­ren Hundertfachen, ermög­lich­te die Verkürzung der Dauer der Genverabreichung auf Minuten, erwei­ter­te den Wirtstropismus ade­no­vi­ra­ler Vektoren auf nicht­per­mis­si­ve Zellen und kom­pen­sier­te den nied­ri­gen retro­vi­ra­len Titer. Noch wich­ti­ger ist, dass die in vitro beob­ach­te­te hohe Transduktionseffizienz in vivo mit magnet­feld­ge­führ­ter loka­ler Transfektion im Gastrointestinaltrakt und in Blutgefäßen repro­du­ziert wer­den konn­te. Die Magnetofektion stellt ein neu­ar­ti­ges Werkzeug für das Hochdurchsatz-Genscreening in vitro dar und kann dazu bei­tra­gen, grund­le­gen­de Einschränkungen der Gentherapie in vivo zu über­win­den.«

Es gibt, wie erwähnt, kei­ner­lei Hinweise dar­auf, daß die „Impfstoffe“ auf sol­che Verfahren zurück­grei­fen (kön­nen). Es gibt sie auch nicht für die Verwendung eines „Waschpulvers“, das die Firma so anbietet:

»Der geneMAG-RNA / DNA-Kit ist ein neu­ar­ti­ges, ein­fa­ches und hoch­ef­fi­zi­en­tes Werkzeug für die Isolierung von Gesamt-RNA / DNA mit magne­ti­schen Silica-Beads.

Einfache Waschschritte mit zwei ver­schie­de­nen Puffern ent­fer­nen Salze, Metaboliten und makro­mo­le­ku­la­re zel­lu­lä­re Bestandteile. Reine RNA / DNA wird schließ­lich unter Bedingungen mit nied­ri­ger Ionenstärke mit RNase-frei­em Wasser elu­iert.«
chemicell.com

Fördergelder des Bundesforschungsministeriums

Das Bundesforschungsministerium hat­te ein mehr­jäh­ri­ges Projekt der Chemicell GmbH gefördert:

https://www.tib.eu/de/suchen/id/TIBKAT:856426261/

Im Schlußbericht von che­mic­ell heißt es dazu (für die Zeichensetzung kann ich nichts):

»1. Aufgabenstellung

Für das Vorhabensziel, die Interaktion von Nanopartikeln und Zellen als Funktion der Stoffklassen und Oberflächenstrukturen zu cha­rak­te­ri­sie­ren, hat­te che­mic­ell die Aufgabe den Verbundpartnern funk­tio­na­li­sier­te magne­ti­sche- und fluo­res­zenz-magne­ti­sche Nanopartikel sowie Titandioxid- par­ti­kel in GMP-Qualitäten bereit­zu­stel­len. Diese sol­len geeig­net sein mit Zellen zu inter­agie­ren, um so nano-toxi­ko­lo­gi­sche Risikoabschätzungen und zell­phy­sio­lo­gi­sche Mechanismen zu generieren. 

Auf Basis die­ser Daten wird die Möglichkeit geschaf­fen inter­na­tio­nal stan­dar­di­sier­te gültige Konzepte für die Risikoabschätzung von Nanomaterialien zu eta­blie­ren und opti­mier­te Untersuchungsprotokolle zur Verfügung zu stellen.

Ziel des Teilprojektes war es des­halb, magne­ti­sche- und fluo­res­zenz- magne­ti­sche Nanopartikel mit unter­schied­li­chen hydro­dy­na­mi­schen Durchmessern, poly­me­ren Beschichtungen und Oberflächenladungen zu syn­the­ti­sie­ren, ana­ly­tisch zu quan­ti­fi­zie­ren und den Projektpartnern, in repro­du­zier­ba­rer Qualität für die zell­phy­sio­lo­gi­schen Untersuchungen, zur Verfügung zu stellen…

Der wis­sen­schaft­li­che, wirt­schaft­li­che und tech­ni­sche Nutzen und die dar­aus resul­tie­ren­de Verwertbarkeit ist für che­mic­ell außer­or­dent­lich hoch, da bereits zum jet­zi­gen Zeitpunkt, die durch die­ses Verbundprojekt erar­bei­te­ten Technologien und Erkenntnisse, hin­sicht­lich neu­ar­ti­ger Partikelformulierungen und der damit zusammenhängenden zellulären Eigenschaften, zu neu­en Produkten oder neu­ar­ti­gen bio­me­di­zi­ni­schen Anwendungen geführt hat.

So konn­te durch die Etablierung der GMP-kon­for­men Synthese der magne­ti­schen Nanopartikel die wirt­schaft­li­chen Erfolgsaussichten befördert wer­den, da hier­durch die Voraussetzung von Zulassung geschaf­fen wur­de…«

Magnetische Partikel bei DNA-Impfstoffen

Handelt es sich bei den neu­en pro­fi­ta­blen Produkten um etwas, das in einem Artikel der „National Library of Medicine“ 2014 unter dem Titel „Superparamagnetische Nanopartikel zur Verabreichung eines DNA-Impfstoffs“ beschrie­ben wird?

»Die Effizienz der Verabreichung von DNA-Impfstoffen ist im Vergleich zu Protein-Impfstoffen oft rela­tiv gering. Die Verwendung von super­pa­ra­ma­gne­ti­schen Eisenoxid-Nanopartikeln (SPIONs) zur Gentransfektion mit­tels Magnetofektion ist viel­ver­spre­chend, um die Effizienz der Gentransfektion sowohl in vitro als auch in vivo zu ver­bes­sern. Insbesondere bei der in vitro-Anwendung kann die Dauer der Gentransfektion durch die Magnetofektion deut­lich redu­ziert wer­den, ver­gli­chen mit der Zeit, die benö­tigt wird, um eine hohe Gentransfektion mit Standardprotokollen zu errei­chen. SPIONs, die unter phy­sio­lo­gi­schen Bedingungen sta­bil gemacht wur­den, kön­nen auf­grund ihrer ein­zig­ar­ti­gen magne­ti­schen Eigenschaften sowohl als the­ra­peu­ti­sche als auch als dia­gnos­ti­sche Mittel ein­ge­setzt wer­den. Zu den wert­vol­len Merkmalen von Eisenoxid-Nanopartikeln in Bioanwendungen gehö­ren eine enge Kontrolle über ihre Größenverteilung, magne­ti­sche Eigenschaften die­ser Partikel und die Fähigkeit, bestimm­te Biomoleküle zu spe­zi­fi­schen Zielen zu trans­por­tie­ren. Die Internalisierung und die Halbwertszeit der Partikel im Körper hän­gen von der Art der Synthese ab. Es wur­den zahl­rei­che Synthesemethoden ver­wen­det, um magne­ti­sche Nanopartikel für Bioanwendungen mit unter­schied­li­chen Größen und Oberflächenladungen herzustellen…«

Auch hier gilt es zu beach­ten, daß es um DNA‑, nicht um mRNA-Impfstoffe geht. Das Fact Sheet von Pfizer führt der­ar­ti­ge Stoffe nicht auf. Die CDC geht so auf die Vermutungen ein:

https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/vaccines/facts.html

Nach allem, was man von der CDC an Fehlinformationen lesen konn­te, blei­ben den­noch Fragen. Die Aufzählung der Elemente, die sämt­lich nicht in den „Impfstoffen“ vor­han­den sein sol­len (Halbleiter? sel­te­ne Erden?) klingt merk­wür­dig. Der letz­te Satz und das alber­ne Bild füh­ren in die Irre. Denn daß Impfstoffe magne­ti­sche Nanopartikel ent­hal­ten kön­nen, war oben gezeigt wor­den, und es geht nicht um die Behauptung, daß Magnete von der Impfstelle ange­zo­gen wer­den. Es scheint, als ob das CDC vehe­ment wider­legt, was nicht der Gegenstand der Vermutungen ist.

Andererseits müs­sen die tat­säch­li­chen wie die ver­meint­li­chen VerschwörungstheoretikerInnen die Frage beant­wor­ten, was denn bewie­sen wäre, wenn die unstrit­ti­gen Nanopartikel magne­tisch wären. Daß es Gefährdungen so oder so gibt, ist nach­zu­le­sen in Nochmal zu SM-102 Lipid-Nanopartikeln und Umweltbundesamt warnt vor Produkten mit Nanopartikeln.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kos­ten­lo­se Version)
(Hervorhebungen nicht in den Originalen.)

Author: aa