Ja-Wort hinterm Schutzvisier

Mönchengladbach scheint eine Hochburg gestör­ter Menschen zu sein, wenn man rp-online glau­ben mag.

https://rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/moenchengladbach-hochzeit-hinter-dem-corona-schutzvisier_aid-57188679

Nicht im Virus‑, son­dern im Vituscenter gab sich das mehr­fach ver­mumm­te Paar am schöns­ten Tag des Lebens das Ja-Wort. Wenn auch die Anstaltskittel ande­res ver­mu­ten las­sen, taten sie es freiwillig.

»… Die Liebe siegt eben auch über gefähr­li­che Viren, so kit­schig sich das anhö­ren mag. Aber Birgit und Stephan Wilms woll­ten noch etwas Anderes: ein Zeichen set­zen, ein Zeichen als „Warnung und für mehr Menschlichkeit“, wie Stephan Wilms sagt. Deshalb ent­schie­den sich bei­de für eine ziem­lich unge­wöhn­li­che Hochzeit. Birgit und Stephan Wilms hei­ra­te­ten in einer (bei­na­he) kom­plet­ten Corona-Schutzbekleidung mit FFP3-Masken, Gesichtsvisieren und kli­ni­schen Ganzkörperkitteln. Immerhin trug die Frau noch einen Brautstrauß.

„Als wir damit über den Bahnhofsvorplatz lie­fen, haben uns Leute ver­dutzt, man­che auch ver­ängs­tigt nach­ge­schaut“, sagt Stephan Wilms. Ein biss­chen mute­te dies alles wohl so an wie eine Szene aus einem Science-Fiction-Film an. Aber dies sei bei­den bewusst gewe­sen, sagen sie. Denn die Pandemie sei ernst, sehr ernst…

Sich selbst und ande­re schüt­zen – das woll­ten Birgit und Stephan Wilms auch mit ihrem Hochzeits-Look zei­gen. „FFP2-Masken und OP-Masken rei­chen allei­ne nicht aus“, sagt Stephan Wilms. Sie wür­den die Menschen nur in einer trü­ge­ri­schen Sicherheit wiegen.

Die Trauung im Vituscenter war nach Angaben der Frischvermählten eben­so anti­sep­tisch und kli­nisch wie in einem OP-Saal: kaum Dekoration, kur­ze Handlungsabläufe mit weni­gen Worten…«


Eine zwei­te Nachricht aus der Stadt, eben­falls vom 16.4., eben­falls auf rp-online.de:

»Kein Schnelltest, kei­ne Maske:
Mönchengladbacher Gymnasium ruft Polizei, weil Schüler Corona-Regeln ablehnt

Er soll sich gewei­gert haben, eine Maske auf­zu­zie­hen. Und den Schnelltest soll er eben­falls ver­wehrt haben. Ein Oberstufenschüler der Bischöflichen Marienschule muss­te daher am Donnerstag die Schule ver­las­sen. Es wur­de sogar die Polizei geru­fen. „Die Beamten sind aus­ge­rückt, muss­ten aber nicht ein­grei­fen, weil der Schüler frei­wil­lig das Gelände ver­ließ“, sag­te eine Polizeisprecherin am Freitag.

Laut Auskunft der Stadt hat der Schüler einen „Platzverweis“ erhal­ten. Sie erklärt die Gründe so: „Da in dem beschrie­be­nen Fall gegen Regelungen ver­sto­ßen wur­de, die in der Schule nach den Vorgaben der Corona-Betreuungsverordnung gel­ten, kann die Schule hier von ihrem Hausrecht Gebrauch machen…“«

Die ört­li­che GEW-Vorsitzende ist sehr angetan:

»„Ich bin Lehrerin, ich weiß, wie schwie­rig es ist, im Unterricht die andert­halb Meter Abstand ein­zu­hal­ten. Natürlich gehe ich zu mei­nen Schülern und schaue, was sie gera­de machen, wor­an sie arbei­ten. Da ist es das Mindeste, dass man sich mit Masken schützt.“ Weigere sich ein Schüler, einen Mund-Nasen-Schutz zu tra­gen oder sich tes­ten zu las­sen, sei es von der Schulleitung kon­se­quent, die Polizei zu rufen. „Das kann für Schüler mal ganz heil­sam sein“, sagt Reinartz. So kön­ne man „Machtspielen“ ein Ende setzen.«

Ihre Sprache ver­rät sie: Das Mindeste sei, „dass man sich mit Masken schützt„. Es geht ihr nicht um den Schutz des Schülers. Nein, „man“ hat Maske zu tra­gen, damit sie sich geschützt fühlt. Ein Machtspielchen wie aus der Kaiserzeit, nur muß sie heu­te nicht mehr sel­ber zuschla­gen. Auch den Eltern gehört eigent­lich eins über­ge­zo­gen. Die Gewerkschaftsfunktionärin weiß,

»… dass Eltern vor den Osterferien Widerspruch gegen die Schnelltests ein­le­gen konn­ten. „Das haben auch vie­le gemacht“, sagt sie, „aber nicht weil sie das nicht woll­ten, son­dern weil sie es viel­fach nicht ver­stan­den haben. Wir haben in der Schule sehr vie­le erklä­ren­de Telefonate geführt. Danach waren die meis­ten ein­ver­stan­den.“ Jetzt gebe es die­se Widerspruchs-Option aber nicht mehr.«

Wenn die aber auch unein­sich­tig sind!

Author: aa