Ingmar Hörr: Mitgründer von Curevac – ein Leben für die mRNA Technologie

Erst heute berichtet die Welt über einen Misserfolg bei der mRNA Impfstoffzulassung der Curevac Aktiengesellschaft: In einer ersten Studie ist die „Wirksamkeit“ lediglich 47%. Was die Welt verschweigt: bei der angegebenen Wirksamkeit handelt es sich lediglich um die „relative Wirksamkeit“, die, wie die Leser unseres Blogs wissen, nahezu keine Aussagekraft hat und die Pharmariesen nicht interessiert daran sind, objektivere Zahlen zu generieren.

Bei der Recherche über Curevac stießen wir auf eine interessante Person: Dr. Ingmar Hörr. Er war im Jahr 2000 Mitgründer von Curevac gewesen und jahrelang im Vorstand, Aufsichtsrat und als Berater bei der Firma tätig.
Er forschte jahrelang an der mRNA Technologie, wir würden sogar sagen er widmete ihr sein Leben. Schon 1999 schrieb er seine Doktorarbeit zu dem Theme der „mRNA Vakzine“.

Ingmar Hörr, der bisher sein gesamtes Leben in die Entwicklung von mRNA Vakzinen stellte, erleidet kurz nach dem Entwickeln eines mRNA Coronavirus Vakzins und kurz nachdem ein Mitentwickler in der Firma das Vakzin an sich selbst getestet hat, eine Blutung im Gehirn.

Bis zur „Corona Pandemie“ hatte er ständig um das Überleben seiner Firma zu kämpfen: Immer wieder konnten langjährige Studien keinen Nutzen gegenüber Placebos beweisen. Im Februar 2019 schloss Curevac eine dreijährige Vereinbarung mit der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI). Curevac erhielt 34.000.000 €, mit dem primären Ziel die bisherige Forschung an einem mRNA Impfstoff gegen das Lassa-Virus weiterzutreiben und einen „RNA-Drucker“ zu entwickeln.

Entwicklung eines mRNA Coronavirus Vakzins – Mitarbeiter testen erste Versionen an sich selbst

Als die „Corona Pandemie“ Ende 2019 / Anfang 2020 ausbrach, war das natürlich für Curevac die Chance, Geldgeber zu gewinnen. Curevac begann direkt Anfang 2020 mit der Entwicklung eines eigenen mRNA Impfstoffs gegen das Coronavirus, der auf den Namen CVnCoV hört.

Bei der Entwicklung mit dabei war der Tübinger Forscher, Dr. Hans-Georg Rammensee. Er sitzt im Wissenschaftlichen Beirat (Scientific Advisory Board) des Unternehmens. In einem Interview, das im IHK Wirtschaftsmagazin Tübingen in der Ausgabe 03/2021 erschien, lobt er zunächst explizit die Arbeit von Ingmar Hörr: „Ohne das Team um Ingmar Hoerr gäbe es heute überhaupt keine RNA-Impfstoffe“.
Weiterhin antwortete er auf die Frage, was aus dem Covid-19 Impfstoff geworden sei, den er vor einem Jahr an sich selbst getestet hat:

Erfolgreich war es nur insofern, als er eine starke Immunantwort hervorgerufen hat.

Fassen wir soweit zusammen: Curevac begann früh im Jahr 2000 mit der Entwicklung eines eigenen mRNA Coronavirus Impfstoffes. Im März 2020 testete Dr. Hans-Georg Rammensee, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Curevac, diesen Impfstoff-Probanden an sich selbst – und hatte eine „starke Immunantwort“.

März 2020: Blutung im Gehirn bei Ingmar Hörr

Im selben Monat fanden rund um das Curevac Unternehmen noch andere bedeutende Ereignisse statt, die in der Biografie von Ingmar Hörr niedergeschrieben sind. Zunächst fährt Ingmar Hörr am 12.03.2020 nach Berlin, um der Bundesregierung den hauseigenen mRNA Impfstoff vorzustellen und zu bewerben:

Ingmar Hörr, der am Tag zuvor noch extra nach Berlin gereist ist und der Bundesregierung die Möglichkeiten der mRNA-Impftechnik erklärt hat, der Mann, der den Triumph seines Lebens, die Verwirklichung seiner Idee, schon vor Augen hatte, der einer Belohnung für Jahrzehnte mühsamer Überzeugungsarbeit und Bittstellerei, für das Ertragen von Spott und Häme, für das Hintanstellen von Freundschaften und Familienleben so nah war wie nie […]

Es wird deutlich, dass Ingmar Hörrs bisheriges Leben im Zeichen der mRNA Technologie stand und er dafür viele Entbehrungen in Kauf genommen hat. Dieser Mann erlitt am 13.03.2021 eine Blutung im Gehirn. In der Biografie heißt es weiter:

Der Mann, der vor über zwanzig Jahren die Idee für diese Technik hatte und seitdem alles versucht hat, sie Wirklichkeit werden zu lassen, dieser Mann wird gerade im Eiltempo auf die neurochirurgische Intensivstation 102i der Charité geschoben.
Im Computertomografen wird eine massive Hirnblutung, ein »Subarachnoidalaneurysma mit Ventrikel-Einbruch« festgestellt. In einer Notoperation wird das geplatzte Blutgefäß geflickt. Ob damit aber sein Leben gerettet ist, ob dem Gehirn das künstliche Koma nutzen wird, bleibt offen.

Wie wir heute wissen: Ingmar Hörr überlebte. Er lag zwar für mehrere Wochen im künstlichen Koma, ist aber heute wieder wohlauf.

Zumindest uns kam es dennoch zumindest seltsam vor: Der Mitgründer von Curevac, der bisher sein gesamtes Leben in die Entwicklung von mRNA Vakzinen steckte, erlitt kurz nach dem Entwickeln eines mRNA Coronavirus Vakzins und kurz nachdem ein Mitentwickler in der Firma das Vakzin an sich selbst getestet hat, eine Blutung im Gehirn. Wir lassen das so stehen – ohne naheliegende Schlüsse zu ziehen und den „Faktencheckern“ weiter Futter zu geben.

Interview im Nachtcafe: Nobelpreisverdächtiger, selbstloser Ingmar Hörr trifft Bill Gates

Erst am 06.04.2021 war Ingmar Hörr zu Gast im ARD Nachtcafe gewesen, wo er eine knappe halbe Stunde über die Entstehung von Curevac, seine Gehirnblutung und die Entwicklung der mRNA Technologie erzählt:

Es fallen öfter Schlüsselworte wie „Programmierung des menschlichen Körpers durch mRNA“ oder „den Körper mit mRNA zur Selbstheilung anregen“.
Natürlich fehlt auch eine herzzereisende Geschichte über ein Treffen mit Bill Gates nicht. Nach Ausbruch der Corona Pandemie hat dieser Ingmar Hörr spontan zu einem Gespräch im Keller eines First Class Hotels in Paris eingeladen. Ingmar Hörr erzählt von einer turbulenten Zugfahrt und einem improvisierten Treffen im Keller des Hotels mit dem Microsoft Gründer, den er von der Curevac mRNA Technologie überzeugen konnte und ihn so als Investor gewann.
Ganz zu Beginn des Interviews wird Ingmar Hörr sogar als Nobelpreiskandidat angekündigt. Ist Ingmar Hörr nun, neben dem BioNTech Vorstandsvorsitzenden Ugur Sahin, der zweite „Impf-Held“ Deutschlands?

Wir haben also nachgesehen, was man abseits der Quantitätsmedien über Ingmar Hörr findet. Nachdem wir im Konzernabschluss von BioNTech-Pfizer schon ein gigantisches Jahresgehalt von Ugur Sahin ausfindig gemacht haben, suchten wir also im Bundesanzeiger nach dem Konzernabschluss von Curevac. Wir wurden auch fündig – allerdings ist dort nur der Konzernabschluss bis einschließlich für das Jahr 2019 zu finden. Um das zu verstehen, ist ein kurzer Abschweif über den Börsengang der Firma Curevac nötig.

August 2020: Curevacs Börsengang – Steuerflucht in die Niederlande

Im Juni 2020 – nur wenige Monate vor dem Börsengang von Curevac – investierte die deutsche Bundesregierung in Curevac: 300.000.000 € Steuergelder flossen in die damals noch deutsche Firma.
Nur wenige Monate später – im August 2020 – war es dann soweit: die bis dahin deutsche Firma Curevac ging an die Börse. In diesem Zuge wurden alle Aktien der Curevac AG auf die niederländische Publikums-Aktiengesellschaft Curevac N.V. übertragen, die damit zur Holdinggesellschaft wurde. Der rechtliche Sitz der Firma sind damit die Niederlande.
Warum dieser Transfer? Nun, da können wir auch nur spekulieren, aber ein Artikel auf dem Finanzportal GeVestor liefert vermutlich die Antwort. Der Titel des Beitrags lautet: „So sparen Konzerne in den Niederlanden Milliarden“. In ihm führt Dr. Jürgen Nawatzki die Vorteile des Steuerparadieses Niederlande aus:

Keine Steueroase zieht mehr deutsche Konzerne an. Denn dort erhalten internationale Unternehmen große Steuervorteile. Diese bestehen vor allem aus niedrigen Steuersätzen auf Lizenzgewinne und Zinsen. […]
Mithilfe eines Heeres an Steuerberatern, Juristen und Bankern schieben die Unternehmen Gewinne, Kosten und Aktivitäten über Ländergrenzen hin und her. Über Tochterfirmen werden Patente, Markenrechte, Lizenzgebühren oder Darlehenszinsen in die Steueroasen verlagert. Der Gewinn, der am Ende versteuert werden muss, wird so immer kleiner.
Holdings und multinationale Konzerne haben zudem die Möglichkeit, mit der niederländischen Steuerbehörde Spezialverabredungen zu treffen, die der Geheimhaltung unterliegen.
Diese “aggressive Steuergestaltung” hat nichts mit Steuerhinterziehung zu tun: Für die Unternehmen ist es ein legaler Weg. Manche Konzerne sollen weniger als ein Prozent Steuern auf die künstlich verlagerten Gewinne bezahlt haben.

Quelle: GeVestor

Das von Dr. Nawatzki beschriebene Geschäftsmodell trifft übrigens zu 100% auf Curavec zu, im Konzernabschluss 2019 liest man dort:

Der Konzern erwirtschaftet Umsatzerlöse hauptsächlich aus seinen Lizenz- und Entwicklungsverträgen mit Kooperationspartnern für die Entwicklung von mRNA-Arzneimitteln.

Die Flucht in die Niederlande ist also zum eigenen Vorteil der Firma Curevac. Dies ist auch der Grund, weshalb man im Bundesanzeiger nur bis 2019 den Konzernabschluss der Firma dort findet – seit 2020 hat die Firma ihren Sitz in den Niederlanden.
Werfen wir also einen Blick, auf das was wir haben – den Konzernabschluss von 2019.

2019: Verluste in Millionenhöhe

Im Konzernabschluss 2019 ist uns zunächst folgender Passus aufgefallen:

CureVac verfügt in Deutschland über steuerliche Verlustvorträge, die auf unbestimmte Zeit zur Verrechnung mit zukünftigen steuerpflichtigen Gewinnen der Unternehmen, in denen die Verluste entstanden sind, zur Verfügung stehen. […]
Latente Steueransprüche wurden nicht aktiviert, da das Management zu dem Schluss gekommen ist, dass in absehbarer Zukunft zukünftige steuerpflichtige Gewinne zur Verfügung stehen werden, mit denen die nicht genutzten steuerlichen Verluste verrechnet werden können. Die aufgelaufenen nicht genutzten steuerlichen Verluste beziehen sich gänzlich auf Deutschland.

Offensichtlich machte Curevac 2019 Verlust. Wie groß dieser war, wird in der folgenden Tabelle aus dem Abschluss klar:

2019 machte CureVac 100.125.000 € Verlust (vor Steuern). 2018 waren es schon 71.131.000 € Verlust gewesen.
Sprich: wie zu vermuten war, stand das Unternehmen 2019 nicht gut da. Grund dürften unter anderem die, aufgrund unzureichender Wirksamkeit, nicht zugelassenen mRNA Arzneimittel zu diesem Zeitpunkt gewesen sein.

Lukrativer Beratervertrag – in der verlustreichen, eigenen Firma?

Eine Frage, die sich vermutlich viele Teilhaber an einer Firma mit beschränkter Haftung stellen ist: „wie ziehe ich Kapital aus der Firma in meinen Privatbesitz?“. Dr. Ingmar Hörr hat hierauf wohl eine Antwort gefunden. Im Konzernabschluss von 2019 liest man:

Das muss man sich auf der Zuge zergehen lassen: Ingmar Hörr bezog 2019 ganze 240.000 € sogenannter „Beratungsgebühren“. Wohlgemerkt: Er war Berater in seiner eigenen Firma.
Im Vorjahr, 2018, waren es immerhin schon ganze 144.000 € Beratungshonorar gewesen. Und man darf nicht vergessen: Das Unternehmen kämpfte zu diesem Zeitpunkt um das wirtschaftliche Überleben und schrieb offiziell Verlust in Millionenhöhe. Dennoch zieht Ingmar Hörr hunderttausende von Euro aus der Firma.

Aber es geht noch weiter. Ingmar Hörr war nicht nur Berater der eigenen Firma, nein, er war zudem noch Vorsitzender des Aufsichtsrats gewesen. Der Aufsichtsrat bezog 2019 eine Vergütung von stolzen 521.000 €:

Unser Nobelpreis-Anwärter ist also alles andere als der selbstlose Impfheld der „deutschen Firma“ Curevac, wie das ganze so oft in den Medien verkauft wird.

Den gesamten Konzernabschluss von Curevac findet man beim Bundesanzeiger oder hier in Kopie bei uns:

Wir vom Coroma Blog konnten wieder einmal kaum glauben, dass wir diese Informationen selbst recherchieren mussten und nicht z.B. die DPA oder die öffentlich rechtlichen Medien sich diesem Thema widmen. Sondern diese Aufgabe ein privater Blog erledigen muss. Wir freuen uns aber über andere Medienportale, die dieses Thema aufgreifen und vielleicht noch tiefergehender recherchieren können.


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Die ganze Sache (bzw. Sachen) stinkt gewaltig…. sein Heizungskeller-Abenteuer im Scheinwerferlicht mit Gates, seine Gehirnblutung, russische Stimmen im Krankenhaus und er in der Annahme er sei nach Moskau entführt worden… Interessant auch sein Gesichtsausdruck als der Moderator den Grund nennt, warum er in Berlin war.

Hier ist ein weiteres interessantes Puzzlestück: Hoerr ist Mitglied der Gründungskommission der Agentur für Sprunginnovationen, die nach dem Vorbild der US-amerikanischen DARPA gegründet wurde.

https://www.bmbf.de/de/bundesregierung-setzt-gruendungskommission-fuer-die-agentur-fuer-sprunginnovationen-ein-8098.html

Wer übrigens die ganze Thematik mit den Niederlanden etwas ausführlicher möchte, hier ist ein sehr ausführlicher Artikel aus der SZ am Beispiel von Nike.

https://projekte.sueddeutsche.de/paradisepapers/wirtschaft/nike-und-die-niederlande-prellen-den-deutschen-staat-e116625/

Author: James Fond