Impfung – Der Ärztestreit (in Südtirol)

»Die Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SÜGAM) hat sich gegen den Impfzwang für das Gesundheitspersonal aus­ge­spro­chen. Die Ärztekammer ist empört.

Monica Oberrauch ist erschüt­tert. „Wie kann eine Vereinigung, die mit öffent­li­chen Geldern finan­ziert wird, dazu auf­ru­fen gegen gel­ten­de Gesetze zu ver­sto­ßen?“, fragt sich die amtie­ren­de Vizepräsidentin der Südtiroler Ärztekammer. Diese Meinung der Kalterer Hausärztin wird im Vorstand der Kammer mehr­heit­lich geteilt. Die Empörung der Ärztekammer rich­tet sich direkt gegen die eige­ne Berufsgruppe und Standesvertretung. Im Fokus der Kritik: Die Südtiroler Gesellschaft für Allgemeinmedizin (SÜGAM).

Die Impfpflicht

Die SÜGAM ist die größ­te Interessensvertretung der Hausärzte in Südtirol, ihr gehö­ren etwa drei Viertel der Allgemeinmediziner an. Mitte April 2021 hat sich der SÜGAM-Vorstand mit gro­ßer Mehrheit gegen einen Impfzwang für das Gesundheitspersonal aus­ge­spro­chen und sich damit offen gegen den staat­li­chen Impfzwang gestellt…
Die SÜGAM-Vorsitzende Doris Gatterer schreibt bereits vor vier Wochen in einer Aussendung:
„Da ein­zel­ne COVID-19-Impfstoffe in sehr sel­te­nen Fällen auch schwe­re Nebenwirkungen zu ver­ur­sa­chen schei­nen, kön­nen wir den staat­li­chen de-fac­to-Impfzwang für das Gesundheitspersonal nicht gut­hei­ßen. Die medi­zi­nethi­schen Prinzipien der Non-Malefizienz (= den Patienten nicht schä­di­gen) und der Autonomiewahrung (= Selbstbestimmungsrecht des Patienten respek­tie­ren) ver­bie­ten in unse­ren Augen einen Impfzwang mit den zur­zeit erhält­li­chen Vakzinen.
So sehr wir die aktu­el­le Impfkampagne befür­wor­ten und durch unse­re akti­ve Beteiligung unter­stüt­zen, deren Erfolg unein­ge­schränkt aner­ken­nen und eine rasche Ausweitung auf alle infor­miert- inter­es­sier­ten Bürger wün­schen, kann die Impfung gegen COVID-19 mit den aktu­ell erhält­li­chen, nur bedingt zuge­las­se­nen Vakzinen aus­schließ­lich bei ech­ter Freiwilligkeit erfolgen.“…
Weil die Ärztekammer natio­nal aus­ge­rich­tet ist, dürf­te sich der Konflikt in den nächs­ten Wochen noch ver­schär­fen. Spätestens wenn Rom in die Diskussion aktiv ein­greift, wird – wie so oft in Südtirol – aus der medi­zi­ni­schen Diskussion eine auto­no­mie­po­li­ti­sche Kontroverse wer­den.«

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Author: aa