„Impfen ist Freiheit“ reloaded

Sie mei­nen es alle gut, die SPD und der Flüchtlingsrat, doch, doch.

»SPD will Studierende in NRW vor­ran­gig imp­fen lassen

Studierende in Nordrhein-Westfalen gera­ten in immer grö­ße­re Not. Fast 50 Prozent der Anträge auf Überbrückungshilfe sei­en in NRW abge­lehnt wor­den, sag­te der wis­sen­schafts­po­li­ti­sche Sprecher der SPD-Opposition, Dietmar Bell. Gleichzeitig habe es in der Phase des Lockdowns aber kaum Jobs gege­ben. „Wir haben zur­zeit eine sozia­le Selektion an den Hochschulen, wie wir sie lan­ge nicht hat­ten“, so Bell. Um im Herbst wie­der Präsenzlehre zu ermög­li­chen, müss­ten jetzt drin­gend Studierende und Lehrende an Universitäten vor­ran­gig geimpft wer­den. „Dafür muss es Sonderkontingente geben“, for­der­te Bell.«
rp-online.de (21.6.)

Lichtkunst in Düsseldorf im März, pro­ji­ziert vom Dach des Landtags (s. Lichtkunst, ganz unab­hän­gig):


»Impf-Kampagne für Geflüchtete
Impfen gegen die Angst

In den Unterkünften ist das Coronarisiko hoch und die Impfquote unter­ir­disch. Der Flüchtlingsrat star­tet des­halb eine Social-Media-Kampagne…

Laura Müller, die das Projekt beim Flüchtlingsrat koor­di­niert, wun­dert sich über die Impfzurückhaltung aller­dings über­haupt nicht. „Da fehlt es ein­fach an Information, an der rich­ti­gen Ansprache, an ver­trau­ens­bil­den­den Maßnahmen“, sagt sie. Viele hät­te bei­spiels­wei­se über­haupt nicht nach­voll­zie­hen kön­nen, war­um sie jetzt bevor­zugt geimpft würden.

„Versuchen Sie sich das doch ein­mal vor­zu­stel­len: Gerade noch hagelt es Quarantäneanordnungen und Maßregelungen. Und als nächs­tes steht jemand da und will ihnen eine Spritze in den Arm jagen“, sagt Müller.«
taz.de (12.6.)

Dieses gesun­de Mißtrauen wer­den sie sich hof­fent­lich bewah­ren kön­nen. Ein Video zu der Aktion auf ndr.de läßt hof­fen. Weder Studierende noch Geflüchtete brau­chen pater­na­lis­ti­sche Ratschläge. Zumindest bei Letzteren soll­te man davon aus­ge­hen, daß es kei­ne Informationsdefizite sind, die man auch ger­ne den Menschen in „sozi­al schwa­chen“ Vierteln unter­stellt, son­dern ganz im Gegenteil gute Gründe, den „Impfstoffen“ zu miß­trau­en. Nicht zuletzt, weil die gön­ner­haf­ten Angebote oft von den Resterampen (Astra und J & J) stammen.

Author: aa