Helgoland Corona-frei – Ausgangssperre gilt trotzdem

»Helgoland hat eine Corona-Inzidenz von 0, ist von der Allgemeinverfügung des Kreises Pinneberg aus­ge­nom­men – und ist den­noch von der „Bundes-Notbremse“ betrof­fen. Das heißt: Die Ausgangssperre gilt auch auf der Insel.

Im Kreis Pinneberg greift wegen der hohen Zahl an Neuinfektionen von Mittwoch an die soge­nann­te Corona-Notbremse. Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperre sol­len auch auf Helgoland gel­ten – obwohl es laut Gesundheitsamt dort aktu­ell gar kei­ne bekann­ten Infektionsfälle gibt. Eine Sprecherin des zustän­di­gen Kreises Pinneberg sag­te auf Nachfrage, dass im Fall der Notbremse kei­ne Ausnahmen für ein­zel­ne Gemeinden mög­lich seien…

Für Bürgermeister Jörg Singer (par­tei­los) ist das für Helgoland unver­hält­nis­mä­ßig. „Vor einem Jahr hat­te Jens Spahn gesagt: Corona kommt – es sei denn, du bist auf einer Insel. Wir sind auf einer Insel“, sag­te Singer am Dienstag. „Wir haben kein Corona. Wir haben eine Impfquote wie England und wir tes­ten jeden und jede, die anreist.“… 

Dennoch heißt es unterm Strich für die Nordsee-Insel: Die Schulen und Kitas auf Helgoland sind geöff­net und nachts gilt eine Ausgangssperre, die durch die „Bundesnotbremse“ umge­setzt wird. Bürgermeister Singer ist sau­er: „Das trägt nicht dazu bei, dass die Akzeptanz steigt.“ Auch Wolfgang Kubicki (FDP) hat­te dies scharf kri­ti­siert: Warum eine in offe­ner See lie­gen­de und coro­nafreie Insel nun von den Grundrechtseinschränkungen erfasst wer­de, las­se sich ratio­nal wahr­schein­lich nicht ein­mal von den här­tes­ten Lockdown-Befürwortern erklä­ren, sag­te der FDP-Bundesvize. Seine Partei hat Verfassungsbeschwerde gegen die Änderung des Infektionsschutzgesetzes ein­ge­legt.«
ndr.de (27.4.)

Author: aa