Gegen die vierte Welle fordert das RKI inzwischen eine Impfquote von mindestens 85 Prozent

Während das Bundesgesundheitsministerium dafür wirbt, sich die Zweitimpfung zu gönnen, hüllen uns die Medien mit dominanten Nachrichten zur Delta Variante und einer deutlich höheren Impfquote als bislang angenommen ein. 40,8 % der Gesamt­bevölkerung sind in Deutschland inzwischen Zweitgeimpft (Stand 07. Juli 2021).

Die Ergeb­nisse zeigen, dass unter den getroffenen Annah­men, insb. einer zunehmenden Dominanz der Del­ta­Variante, die Impfkampagne mit hoher Intensi­tät weitergeführt werden sollte, bis mindestens 85% der 12– 59 ­Jährigen bzw. 90% der ≥60 ­Jähri­gen vollständig gegen COVID­19 geimpft sind

RKI 8. Juli 2021

Grundlage der errechneten Zielimpfquote seien mathematische Modellierungen und die vorliegenden Umfrageergebnisse zur Impfakzeptanz. Bei der Altersgruppe der Bürger, die 60 Jahre und älter sind, müssen sich demnach anteilig noch mehr Menschen gegen das Coronavirus schützen lassen. Bei ihnen hält das RKI eine Impfquote von 90 Prozent für nötig. Wenn diese Impfquoten rechtzeitig erreicht würden „scheint eine ausgeprägte 4. Welle im kommenden Herbst/Winter unwahrscheinlich“, heißt es in dem Papier.

Das gilt allerdings unter Vorbehalt. Nach Darstellung der Fachleute reichen diese Impfquoten nur dann aus, wenn sich die Bürger zusätzlich weiterhin an die grundlegenden Hygienemaßnahmen halten. Zudem gelten die Quoten unter der Annahme, dass „bei möglicherweise wieder ansteigenden Infektionszahlen Kontakte zu einem gewissen Grad reduziert“ werden, wie es heißt.

Am Montag soll Merkel gesagt haben, dass man bei der Impfquote Richtung 80 Prozent kommen müsse. Auch Spahn äußerte sich zum Thema impfen, es laufe gut beim Impfen, das Tempo nehme aber ab. In den Impfzentren seien die Termine nicht gleich weg, sondern durchaus eine Weile verfügbar. Er sprach sich dafür aus, Impfangebote etwa mit Aktivitäten der Menschen zu verbinden, beispielsweise einem Stadionbesuch. Geimpft sein müsse einen Unterschied machen zu nicht geimpft sein.

Und da hat sich doch still und heimlich die Auffrischungsimpfungen mit darunter gemogelt. Sprach man vor ein paar Wochen noch von einem generellen „Schutz“, also einem milderen Verlauf, so gehört es nun zum guten Ton bereits von der Auffrischimpfung zu sprechen.

Epidemiologisches Bulletin des Robert-Koch Instituts

Author: James Fond