Das kann nicht wahr sein: Corona-Test-Betrug auf Sylt?

Sylt-UrlauberInnen betrü­gen? Unvorstellbar. Auf shz.de ist aller­dings am 16.6. zu lesen:

»Dreiste Masche: Deshalb kommt der Kreis nicht an die Freitester auf Sylt ran
Testzentums-Betreiber auf Sylt berich­ten von Urlaubern, die sich so lan­ge tes­ten las­sen, bis der Schnelltest nega­tiv ist. Der Kreis droht mit hohen Bußgeldern – aber kann kaum etwas tun.

Husum/Sylt | Der nord­frie­si­sche Landrat zeigt sich im Gespräch mit shz.de sicht­lich empört über die soge­nann­ten Freitester auf Sylt: „Ich habe da über­haupt kein Verständnis für. Durch sol­che Aktionen wird alles kaputt gemacht, was wir uns in den letz­ten Monaten als Gesellschaft auf­ge­baut haben“, sagt Florian Lorenzen zu dem auf Sylt auf­tre­ten­den Phänomen: Urlauber, deren Schnelltest posi­tiv ist, las­sen sich ein­fach ein wei­te­res Mal tes­ten, in der Hoffnung, dass der zwei­te Test nega­tiv aus­fällt. Alles nur, um den Restaurantbesuch nicht absa­gen, oder gar den Urlaub abbre­chen zu müssen.«

Ist das zu fas­sen? Was müs­sen das für Menschen sein, die mit­ten in der Pandemie, kurz vor der vier­ten Welle und ange­sichts der tod­brin­gen­den Deltas, Gammas etc. Urlaub auf Teufel komm raus machen? Gut, sie pin­keln nicht in die Vorgärten wie die Hamburger Kids, die sich den Trip nach Sylt nicht leis­ten können.

Eigentlich sind sie ja doch gern gese­he­ne zah­lungs­kräf­ti­ge Herrschaften. Da hat der Landrat extra zwei PCR-Stationen auf­stel­len las­sen, und was machen die Superspreader? Ja, was eigent­lich? Vermutlich das, was jeder ver­nünf­ti­ge Mensch macht, der an Tests nicht vor­bei­kommt. Übrigens, sind die denn nicht eigent­lich zuver­läs­sig? Und wäre es nicht eine gute Idee, auch die Schulkinder so lan­ge tes­ten zu las­sen, bis sie nega­tiv sind? Oder bes­ser noch, den Quatsch zu lassen?

»Nun droht der Kreis den Freitestern mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro. Das Problem: Er kommt an die Quarantäne-Brecher gar nicht ran, denn für die­se ist das Gesundheitsamt in den jewei­li­gen Heimatorten zustän­dig. Zwar über­sen­den die Testzentren alle posi­ti­ven Schnelltest-Ergebnisse an das Gesundheitsamt Nordfriesland. Das aber gibt die Daten ledig­lich an die hei­mi­schen Gesundheitsämter der Urlauber wei­ter. Es kon­trol­liert nicht, ob die posi­ti­ven Personen abrei­sen, einen PCR-Test machen oder sich in Quarantäne begeben…

Dass es müßig ist, hin­ter Urlaubern her zu tele­fo­nie­ren, weiß das Kreisgesundheitsamt nur zu gut. So hat­ten sie im Rahmen der Modellregion ver­sucht, nach­zu­ver­fol­gen, was aus posi­tiv getes­te­ten Touristen gewor­den ist. Allerdings sind sie an über 100 bis heu­te nicht her­an­ge­kom­men. „Viele gehen gar nicht ans Telefon, oder wol­len schlicht nicht mit uns reden“, so Slopianka weiter.

Beim Landrat trifft das Verhalten der Freitester zumin­dest auf gro­ßes Unverständnis, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Wartezeiten für einen PCR-Test nicht mehr lan­ge sind. So gibt es mitt­ler­wei­le zwei mobi­le PCR-Stationen auf Sylt und eine auf Eiderstedt, wo betrof­fe­ne Personen ihr PCR-Ergebnis bin­nen eines Tages erhal­ten.«

Author: aa