#allesdichtmachen-Regisseur schlägt zurück

»Es hat ein­ge­schla­gen. An alle, die jetzt von „Verhöhnung“ schwur­beln: Ich schwurb­le jetzt auch mal. Ihr ver­höhnt die Opfer. Ihr tram­pelt auf denen her­um, die jetzt selbst­mord­ge­fähr­det sind. Ihr spuckt auf all die, die ihre Existenz ver­lo­ren haben.

Ihr macht euch lus­tig über das Leid derer, die in ärme­ren Schichten und ärme­ren Ländern über die Klinge sprin­gen, die ihr ihnen hin­hal­tet. Ihr seid zynisch und men­schen­ver­ach­tend. Es macht Spaß, so her­um­zupö­beln, stimmt’s? Wollen wir trotz­dem mal damit auf­hö­ren? Ja? Gut.

Oder nein, wir kön­nen auch noch ein biß­chen wei­ter­ma­chen. Euch ist ja immer „übel“ und ihr „kotzt“ auch gern. Wißt ihr was? Mir ist auch übel. Und zwar wegen euch. Ihr seid ein Teil des Schlimmsten, was die Menschheit her­vor­ge­bracht hat: Ihr seid ein Lynchmob. Ganz einfach.

So, genug gepö­belt. Ich könn­te jetzt die übli­chen Distanzierungsfloskeln von mir geben, aber vor­her schla­fe ich vor Langeweile ein. Nazis sind Nazis und Selbstverständlichkeiten sind selbst­ver­ständ­lich. Und was auch selbst­ver­ständ­lich sein sollte:

Wenn Kritik an Corona-Politik „rechts“ ist, dann ist mei­ne lin­ke Hand auch rechts. Ja klar habe ich Respekt vor allen Ärzten und Pflegern. Ich habe auch Respekt vor all denen im Lande, die im Eimer sind und nicht mehr wei­ter­wis­sen. Und jetzt möge mir mal einer erklä­ren, war­um das eine zwin­gend das ande­re erfor­dert. Und war­um unse­re gan­ze Gesellschaft in einer Art Kriegszustand sein muss, in der die gesam­te Zivilgesellschaft stramm­zu­ste­hen hat und nichts ande­res mehr wich­tig ist als der Kampf gegen den einen, maxi­ma­len Feind. Und wer fragt, ob die­ser Feind wirk­lich so maxi­mal ist und ob man den viel­leicht auch mit ande­ren, zivi­len Mitteln bekämp­fen könn­te, der ist ein Leugner und Volksfeind und muß an die Laterne gehängt wer­den. Ihr merkt gar nicht, was für Reflexen ihr hier nach­gebt, aber das ist Teil des Problems.

An einer Medienelite, die den immer här­te­ren Lockdown for­dert und jeden Kritiker mit Verweis auf vol­le Intensivstationen zum Abschuss frei­gibt, gibt es jede Menge zu kri­ti­sie­ren. Und die­ser Shitstorm kom­men­tiert sich ohne­hin selbst.

Hat euch Tod und Sterben jemals inter­es­siert? War es euch bis­her egal, dass um euch her­um jeden Tag Menschen aus ver­meid­ba­ren Gründen gestor­ben sind? Aber auf ein­mal gibt es für euch nur noch die­ses Thema?

Keins von die­sen Videos han­delt von der Pandemie. Aber sie zie­hen das hoh­le Pathos durch den Kakao, mit dem wir uns seit einem Jahr kon­fron­tiert sehen. Sie kri­ti­sie­ren die Gnadenlosigkeit, mit der alles, das jetzt den Bach her­un­ter­geht, als zweit­ran­gig abge­tan wird.

Sie hin­ter­fra­gen die Geschichten, die eine Gesellschaft sich selbst erzählt. Und wenn die­se Gesellschaft (oder die 1%, die auf Twitter sind) dann der­art über­schäu­mend reagiert, dann war das Ganze offen­bar not­wen­dig. Ende.«

Quelle: https://twitter.com/dtrickb/status/1385482320199684096

Das Problem von Brüggemann: Er schreibt auf Twitter. Und da fin­den sich halt die Dumpfbacken mit ihren Kommentaren ein.

Author: aa