#allesdichtmachen – Liefers und Co.: Lockdown-Physiker will Listen von Schauspielern und Followern

Auf berliner-zeitung.de ist am 25.4. zu erfahren:

»Cornelius Roemer sieht Verbindungen zu „füh­ren­den Twitter-Querdenkern“ und „Durchseuchern“. Sein Wunsch nach „Listen“ der Menschen sorgt für Empörung.

Berlin – Cornelius Roemer, Physiker und Befürworter eines „kon­se­quen­ten Lockdowns“, ist empört über die Aktion #alles­dicht­ma­chen. Bei Twitter hat er nun dazu auf­ge­ru­fen, detail­lier­te Listen über die Schauspieler und deren Follower anzu­le­gen. So möch­te er unter ande­rem her­aus­fin­den, ob „jemand mit viel Geld“ hin­ter der Aktion steckt. Roemer befasst sich seit Monaten inten­siv mit Zahlen rund um Corona, wur­de unter ande­rem von n‑tv, der Berliner Zeitung und dem Tagesspiegel zitiert…

Nachdem die Aktion #alles­dicht­ma­chen im Netz publik gewor­den war, begann Roemer mit einer Analyse. Zunächst schrieb er: „Ich habe alle Videos auf 2x Speed ange­schaut. Es kom­men immer wie­der die glei­chen Themen auf. Das ist garan­tiert zen­tral ges­krip­tet wor­den. Extrem koor­di­niert das Ganze. Da muss eine PR-Firma dahinterstecken.“

Cornelius Roemer entdeckt ‚‚führende Twitter-Querdenker‘‘ und „Durchseucher“

Und wei­ter: „Unter den ers­ten Tweets mit den Triple-Hashtags waren füh­ren­de Twitter-Querdenker und Durchseucher. Es ist also völ­lig klar, was das Ziel war und wel­che Gruppe als Amplifikator genutzt wer­den soll­te. 19:01 ging es los…

Der Typ, der im Impressum steht, ist ein Unbekannter. Wer steckt hier dahin­ter? Jemand mit viel Geld? Wurden die Schauspieler bezahlt? Alles ziem­lich fischig.“

„Sie erstellen Abschusslisten und hetzen auf Menschen“

… Daraufhin bekommt der Mann teils hef­ti­gen Gegenwind. Ein User: „Mit Verlaub: Sind Sie eigent­lich noch ganz dicht? Das ist ja völ­lig irre, was Sie hier betreiben.“…

Andere User wer­den deut­li­cher. „Fragen Sie ernst­haft ‚Warum‘?!? In Physik in der ers­ten Reihe und in Geschichte geschla­fen?“, heißt es an einer Stelle, ein wei­te­re Userin schreibt: „Das fra­gen Sie noch? Sie erstel­len Abschusslisten und het­zen auf Menschen. Sie sind fana­tisch und dre­hen völ­lig frei.“…

Cornelius Roemer ließ sich von der Kritik zunächst nicht beein­dru­cken. In einem am Wochenende abge­setz­ten Tweet schreibt er: „Da waren’s nur noch 35 von 53. Ein Drittel ist abge­sprun­gen. Wird Zeit für ein Prognosemodell für die nächs­ten Tage. Leider feh­len da die Rohdaten: wann wie vie­le aus­ge­schie­den sind.“…

Sein Fehler sei gewe­sen, „bei man­chen den Anschein zu erwe­cken, ich wür­de hier öffent­li­che ‚Feindeslisten‘ erstel­len. Das war über­haupt nicht die Intention“. Anstatt sich „über mei­nen Rechercheaufruf zu empö­ren, soll­te die Berliner Zeitung lie­ber her­aus­fin­den, wer zur Kerngruppe der Aktion gehört, die es laut Mitinitiator dtrickb gibt“. Er wer­de sich „in Zukunft vor­sich­ti­ger Ausdrücken, um Missverständnissen vorzubeugen“.«

Roemer ist wahr­lich qua­li­fi­ziert als Denunziant. In sei­nem Lebenslauf fin­den sich eini­ge Hinweise:

https://corneliusroemer.github.io/markdown-cv/

In einem Interview mit der „Zeit“ hat­te sich Roemer am 7.4. so geäußert:

»… Es ist doch vor allem das gras­sie­ren­de Virus, das die Freiheit ein­schränkt, nicht staat­li­che Gewalt…

Was den DDR-Vergleich angeht: Unsere Freiheit ist ja gar nicht abso­lut ein­ge­schränkt, sie hat ver­schie­de­ne Dimensionen. Wir dür­fen gera­de ande­re Menschen weni­ger tref­fen als sonst, ja. Aber wir kön­nen noch alles sagen, was wir wollen…

Es geht nicht dar­um, die Infektionen auf null zu sen­ken. Das Ziel ist doch klar! Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, so weit sen­ken, dass die Kontaktverfolgung funk­tio­nie­ren kann und wir die Zahlen durch Schnelltests dau­er­haft nied­rig hal­ten. Ein Wert von 10 wäre dafür ein gutes Ziel, wie es auch die Wissenschaftler der Initiative No Covid vor­ge­schla­gen haben…

Kein Land hat es ohne stren­ge Lockdown-Maßnahmen geschafft, eini­ger­ma­ßen glimpf­lich durch die Pandemie zu kom­men. Weder wirt­schaft­lich noch was die Infizierten und Toten angeht…

Es ist ja auch rich­tig, den Mund gegen Freiheitseinschränkungen auf­zu­ma­chen. Aber sogar Clemens Fuest, einer der bes­ten Ökonomen Deutschlands, sagt ganz klar: Die hohen Inzidenzen sind schlecht für Wirtschaft, Gesundheit und Freiheit. Weil man auf die hohe Infektionsgefahr dann eben mit Freiheitseinschränkungen reagie­ren muss.«

Author: aa