Aktuelles aus den Tollhäusern (25.4.)

Heute von faz.net. Am besten gefällt mir die Pflicht, in Peru zwei Masken plus Visier tragen zu müssen.

»Alle Mitglieder der Bundesregierung, des Bundestages, des Bundesrates und des Bundesverfassungsgerichts sollen ab dem 3. Mai die Möglichkeit erhalten, sich in den von der Bundeswehr betriebenen Impfzentren des Bundes oder bei der parlamentsärztliche Stelle gegen Covid-19 impfen zu lassen. Den Ländern stehe es frei, für die Mitglieder ihrer Verfassungsorgane ab dem 3. Mai ebenso zu verfahren, heißt es in einem Bericht des Gesundheitsministeriums vom Sonntag. Die Mitglieder der Verfassungsorgane gehören der Gruppe 3 (Personen mit erhöhter Priorität) an.«

Die Mitglieder der Ethik-Kommissionen müssen noch warten.


»Deutsche Papierfabriken bekommen die Folgen von Hamsterkäufen des vergangenen Jahres zu spüren. Nach Beginn der Pandemie deckten sich viele Verbraucher massenhaft mit Hygienepapier ein, vor allem mit Klopapier. Die Händler orderten daraufhin große Mengen –und haben sie teilweise noch immer in großem Stil auf Lager.

Dadurch wiederum bestellten sie zuletzt deutlich weniger bei deutschen Papierfabriken: Im ersten Quartal 2021 sank der Hygienepapier-Absatz dieser Unternehmen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,1 Prozent…«

Dafür boomt der Markt für Verpackungen infolge des steigenden Onlinehandels. Amazon first.


»Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Indien hat Deutschland Nothilfen für das Land angekündigt. „Deutschland steht Seite an Seite in Solidarität mit Indien. Wir bereiten so schnell wie möglich eine Unterstützungsmission vor“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag in Berlin nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert. „Der Kampf gegen die Pandemie ist unser gemeinsamer Kampf.“

Aus Indien wurden am Sonntag fast 350.000 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet, landesweit fehlt es an Medikamenten und medizinischem Sauerstoff. Die Regierung in Neu Delhi hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass eine Lieferung von 23 Anlagen zur Aufbereitung von Sauerstoff aus Deutschland geplant sei…«

Immerhin. Schließlich bedroht die Doppelmutante aus Indien auch uns. Ob eine solche Hilfe auch ohne Corona für nötig befunden worden wäre? (Blöde Frage.)


»FDP-Chef Christian Lindner hat die Pläne der Bundesregierung begrüßt, Beschränkungen für gegen das Coronavirus Geimpfte zurückzunehmen. „Inzwischen ist klar, dass von Geimpften nach der Zweitimpfung und einer Wartezeit keine Gefahr ausgeht. Damit entfällt jegliche rechtliche Grundlage, die Menschen bei der Verwirklichung ihrer Grundrechte einzuschränken“, sagte Lindner der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ am Sonntag.

Dies sei für ihn „auch eines der Argumente, warum aus meiner Sicht die Bundes-Notbremse nicht verfassungsgemäß ist, denn sie sieht Beschränkungen auch für Menschen vor, von denen keine Gefahr ausgeht“. Geimpfte sollten in nächster Zeit bis auf wenige Ausnahmen keine Einschränkungen mehr hinnehmen müssen, sagte Lindner. So könnte in Bahnen und Bussen das Tragen von Masken noch für einige Zeit Pflicht bleiben, weil eine Unterscheidung zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften dort wenig praktikabel sei…«
Hatte jemand von der FDP etwas anderes erwartet?


»Bei einem größeren Protest gegen die Corona-Maßnahmen in Großbritannien sind acht Polizisten verletzt worden. Sie seien am Samstagabend dabei gewesen, die Menschenmenge im Londoner Hyde Park zu zerstreuen, teilte die Polizei der britischen Hauptstadtregion am Samstagabend auf Twitter mit. Vereinzelte Menschen hätten Flaschen und anderes auf die Beamten geworfen…«

Wozu Vereinzelung Menschen bringen kann…


»Vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag hat die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, für die Vorbereitung von Lockerungen der Corona-Maßnahmen plädiert. Die Diskussion sei wichtig, sagte Buyx dem Berliner „Tagesspiegel“. Besonders relevant sei, inwieweit Geimpfte das Virus nicht mehr an andere Menschen übertragen können. „Das scheint ja recht gut auszusehen“, sagte Buyx.«

Was halt so Kriterien für Ethik sind. Frisch getestet ist noch besser:

»Die Restrisiken seien dabei wohl „nicht höher als bei frisch Getesteten, eher niedriger“, fügte Buyx hinzu. Für Menschen mit aktuell negativem Testergebnis sind Erleichterungen beim Einkauf oder beim Besuch von Veranstaltungen im Rahmen von Lockerungen und Modellprojekten bereits möglich.

Wenn die dritte Welle „hoffentlich bald“ vorbei sei, „wäre eine zukünftige Gleichstellung von Getesteten, Geimpften und gegebenenfalls auch Genesenen etwa beim Zugang zu Restaurants oder Geschäften aus ethischer Sicht unproblematisch“, sagte Buyx.«
Das wird AHA ergänzen: GGGGG (Gleichstellung von Getesteten, Geimpften und Genesenen in Geschäften). Ganz anders liest es sich im GG. Muß eine Ethikerin aber nicht scheren.

»Gleich zwei Masken zum Schutz vor dem Coronavirus müssen die Menschen in Peru ab Montag bei ihren Einkäufen tragen. Wie es in einem am Samstag (Ortszeit) veröffentlichten Dekret heißt, gilt die doppelte Maskenpflicht außer in Supermärkten auch an anderen Orten mit einem Risiko für Menschenansammlungen wie Märkte, Einkaufszentren, Apotheken und Galerien.

Die doppelte Maskenpflicht kommt zu der Pflicht hinzu, an den genannten Orten ein durchsichtiges Visier zu tragen. Diese Verfügung der Regierung war vergangenen Montag ergangen…«

»Die britische Regierung steht kurz vor dem Abschluss eines Kaufvertrags für Millionen weiterer Biontech/Pfizer-Impfdosen. Nach Aussage von Regierungsmitarbeitern soll die ursprüngliche Bestellung der Regierung von 40 Millionen Impfdosen auf rund 80 Millionen verdoppelt werden, berichtet die Zeitung „Sunday Times“.

Der Impfstoff soll bei Auffrischungsimpfungen für ältere Menschen im Herbst eingesetzt werden. Sollten die Verhandlungen mit dem Pharmakonzern erfolgreich sein, werde man auch Dosen für jüngere Menschen ab 20 Jahren als Alternative zum AstraZeneca-Impfstoff bereitstellen. Das britische Gesundheitssystem NHS wird ab Ende der Woche alle Menschen über 30 Jahre zur Impfung einladen.«
Einladen oder vorladen? Jedenfalls haben die Tommies endlich begriffen, daß der einzig gute Stoff für den Arm aus Deutschland kommt.

»Der Beamtenbund dbb fordert umfassende Verbesserungen bei digitalen Abläufen und Leistungen von Deutschlands Behörden. „In der Pandemie sollte auch der letzte gesehen haben: Wir brauchen einen Staat, der gegen globale Krisen gewappnet ist, die mit voller Wucht auch auf die Menschen in Deutschland durchschlagen“, sagte dbb-Chef Ulrich Silberbach der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

So scheine die Zeit der Kontaktverfolgung per Fax in den Gesundheitsämtern zwar zum Glück vorbeizugehen. „Dafür wird nun eine Software namens Sormas genutzt“, sagte Silberbach. Doch das Ergebnis einer Recherche des dbb in Gesundheitsämtern zu Sormas sei „ernüchternd“. Wenn ein Mitarbeiter dort eine digitale Datenakte anlege, müsse er an 16 verschiedenen Stellen den Namen einer infizierten Person eingeben, sagt Silberbach. „Das hat nichts mit smarter Digitalisierung zu tun.“«
Wer die volle Wucht der globalen Krise mit hip klingenden Anglizismen bekämpfen will, fällt auf die Nase.

»Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert eine vorgezogene Corona-Impfung für sämtliche Lehrer. Wenn Schulen jetzt bis zu einem Inzidenzwert von 165 geöffnet bleiben müssten, sei es notwendig, alle Lehrkräfte in die Impf-Priorisierungsgruppe 2 vorzuziehen, sagte die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bisher seien nicht alle Lehrer in Gruppe 2 eingeordnet…

„Die Sekundarschullehrkräfte begeben sich also in Hochinzidenz­gebieten weiter in die Schulen, ohne angemessen geimpft zu werden…“«

Letzteres stammt von der Konkurrenz VBE. Ich fordere eine Gefahrenzulage für LehrerInnen über 165.


»Zum Welt-Malaria-Tag am Sonntag hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) vor Versäumnissen im Kampf gegen die Tropenkrankheit gewarnt. Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet 100.000 zusätzliche Malaria Tote im Jahr 2020“, sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Personal wurde abgezogen, um Corona-Infizierte zu behandeln, und Moskitonetze, Medikamente konnten nicht mehr ausgeliefert werden, weil Versorgungsketten zusammengebrochen sind – oft mit tödlichen Folgen.“

In Asien gingen die Malaria-Behandlungen seit Beginn der Pandemie um 60 Prozent zurück, in Afrika um 15 Prozent, wie Müller sagte. Alle zwei Minuten sterbe ein Kind in Afrika an Malaria.…«

Der Mann für Sonntagsreden hat noch nicht erkannt, daß es um unsere Gesundheit geht. Die ist nun mal nicht von Malaria bedroht. Außerdem läßt sich mit Moskitonetzen nicht so viel verdienen. Wie sollten die auch bezahlt werden? Doch stop! Ein paar Brosamen sind doch abgefallen:

»Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben in der Corona-Pandemie in diesem Jahr zusätzlich 140 Millionen Euro für den Kampf gegen Infektionskrankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria bereitgestellt.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken laut Bericht jährlich knapp 230 Millionen Menschen an der durch Mücken übertragenen Krankheit: Etwa 400.000 Menschen sterben pro Jahr an Malaria, bei den meisten Opfern – mehr als 265.000 – handelt es sich um kleine Kinder. Besonders schwer betroffen sei Afrika mit über 90 Prozent der Todesfälle.«

»Die Gewerkschaft der Polizei (GdP)hält flächendeckende Kontrollen zur Einhaltung der Ausgangssperren in Deutschland für unrealistisch. „Eine flächendeckende Kontrolle der Ausgangssperren ist für die Polizei und die zuständigen Ordnungsbehörden der Kommunen kaum möglich“, sagte der stellvertretende GdP-Vorsitzende Dietmar Schliff der „Bild am Sonntag“ zufolge.«

Nett ist das beigefügte Bild. Es zeigt eine Gegendemo:

faz.net

»Im Zuge der Corona-Krise haben in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als eine Million Menschen ihre Arbeit verloren. Mehr als die Hälfte davon waren Minijobber, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt…

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, warf der Bundesregierung eine „verfehlte Krisenpolitik“ vor. Vor allem mit Kurzarbeit hatten Regierung und Bundesagentur für Arbeit den Jobmarkt abgesichert. Zeitweise, im April 2020, waren fast sechs Millionen Menschen bundesweit in Kurzarbeit – 20 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.«

Die Linkspartei unterstützt überwiegend die Initiative #ZeroCovid, die alle Betriebe schließen will.


Author: aa