Ärzteteam sagt Impftermin für Schüler ab

Es hät­te bes­se­re Gründe als die hier auf sueddeutsche.de am 18.5. ange­führ­ten gegeben:

»Die für Freitag geplan­te Impfaktion am Feodor-Lynen-Gymnasium in Planegg für Schüler ist nach mas­si­ver Kritik abge­bla­sen wor­den. Die Aktion war nicht nur bei Menschen aus den Priorisierungsgruppen zwei und drei sowie deren Angehörigen auf Unverständnis gesto­ßen; auch der Münchner Landrat Christoph Göbel (CSU) kri­ti­sier­te die von der Schule und nie­der­ge­las­se­nen Ärzten geplan­te Impfung am Dienstag­nachmittag scharf.

„Alte und kran­ke Menschen erhal­ten kei­nen Impftermin, wäh­rend die ver­füg­ba­ren Impfdosen bewusst vor­bei an der noch bestehen­den Impfreihenfolge ander­wei­tig ein­ge­setzt wer­den“, lässt sich Göbel in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt zitie­ren. Schulleiter Matthias Spohrer stand dage­gen zu sei­ner Entscheidung, das Angebot einer Gemeinschaftspraxis zur Impfung von Schülern und deren Eltern ange­nom­men zu haben – auch wenn auf ihn von außen viel „Hass und Neid“ ein­pras­se­le, wie er zur SZ sag­te…«

Wenn der Stopp auch erfolgt, weil ande­re Süchtige mau­len, ist die Entscheidung zu begrü­ßen. Wes Geistes Kind die KritikerInnen sind, zeigt eine zitier­te Leserstimme:

»Der Neurieder Jürgen Goerge etwa beklag­te, dass jeder geimpf­te Schüler einem Risikopatienten eine Dosis weg­neh­me. „Im Umkehrschluss bedeu­tet jede an einen Schüler ver­impf­te Dosis mehr Tote durch die Pandemie.“ Das habe nichts mit Neid zu tun.

Am Dienstagabend zogen die Organisatoren Konsequenzen aus den Protesten. Man müs­se das Angebot für die Schüler „auf­grund des enor­men Drucks sei­tens des Landrates Göbel und eini­ger Pressevertreter lei­der schwe­ren Herzens zurück­zie­hen“, teil­te der Planegger Arzt Alexander Boscher per E‑Mail mit… 

Der Unterschleißheimer Hausarzt und Versorgungsarzt für den Landkreis, Friedrich Kiener, hat­te die Impfaktion sei­ner Kollegen in Planegg prag­ma­tisch gese­hen. Wenn die Patienten in den höhe­ren Priorisierungsgruppen ver­sorgt sei­en, kön­ne damit begon­nen wer­den, jün­ge­re Menschen zu imp­fen. „Die WHO emp­fiehlt die Impfung für Kinder und Jugendliche, der Hersteller sowie­so, und die Staatsregierung denkt dar­über nach.“ Grundsätzlich sei jeder Geimpfte gut. „Und Jugendliche sind viel unter­wegs, sie haben ein erhöh­tes Risiko, sich oder ande­re anzu­ste­cken als Ältere, die mehr zuhau­se sind.“ Wenn Impfstoff in einer Praxis übrig blei­be, soll­te er auch so schnell wie mög­lich ver­impft wer­den, fin­det Kiener. „Oder sol­len die den wegschmeißen?“«

Wäre eine Idee.

Das darf ein­fach nicht fehlen:

»Auch Simone Fleischmann, die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, hält dezen­tra­le Impfaktionen wie in Planegg für mög­lich. Sie dringt aber dar­auf, dass Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sei­nem Versprechen nach­kom­men müs­se, flä­chen­de­ckend allen Lehrern ein Impfangebot zu machen. Dies funk­tio­nie­re noch nicht in allen Regionen. Am Feodor-Lynen-Gymnasiun sind laut dem Direktor bis auf zwei Kollegen alle geimpft. Dem Landratsamt zufol­ge sind im Kreis München mitt­ler­wei­le alle Lehrer der Priorisierungsgruppe 2, also mit schwe­ren Vorerkrankungen, in Sammelterminen durch­ge­impft wor­den; aktu­ell lau­fen die Termine für die Gruppe 3.«

Das wünscht man sich doch als Lehrerin, in Sammelterminen druch­ge­impft zu wer­den. Angesichts dras­tisch sin­ken­der „Fälle“, die inzwi­schen kaum noch gemel­det wer­den, spielt die Zeit für die SkeptikerInnen. Deshalb ist auch das eine gute Nachricht:

»Nicht nur die Praxen erhal­ten zu wenig, auch die vier Impfzentren im Kreis wür­den nicht mit aus­rei­chend Dosen vom Freistaat belie­fert, um allen Impfwilligen ein Angebot machen zu können.«

Author: aa